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Der Name „Michael Schule“ erinnert an die Wesenszüge des Erzengels Michael, der dem Menschen die anspornende Kraft vermittelt, mutvoll und furchtlos dem entgegenzutreten, was das Schicksal von ihm fordert. Dies ist uns ein wichtiges Anliegen, ein Leitgedanke in der Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen an der Michael Schule.
Viele Jahre lang wurde die Frage bewegt, was mit den Kindern geschieht, die in den großen Klassen der Rudolf Steiner Schule überfordert sind und einer besonderen Förderung bedürfen. 1999 nahm dieser Gedanke endlich konkrete Formen an. Ein Kreis interessierter Menschen traf sich regelmäßig, um die Fragen zu bearbeiten, die schließlich zur Gründung der Michael Schule im Jahre 2002 führten, bei der 32 Schüler in vier Klassen eingeschult wurden.
In der Gründungsphase konnten wir dankenswerterweise auf dem Gelände der Rudolf Steiner Schule unsere erste Heimat finden. Durch Umbaumaßnahmen zusammen mit den Eltern und Lehrern und dem Aufstellen von Containern entstanden die ersten Klassenräume.
Nach drei Jahren ist die Michael Schule auf 69 Schüler und 22 Mitarbeiter angewachsen. Der endgültige Standort muss also bald gefunden werden und wird in der näheren Umgebung gesucht.
Das Schulkonzept
Die Michael Schule ist eine Ganztagsschule und wird von Kindern besucht, die aufgrund ihrer allgemeinen Entwicklungsverzögerung oder ihres Verhaltens eine besondere pädagogische Betreuung benötigen.
Der Unterricht erfolgt nach demselben Lehrplan wie in den Großklassen der Rudolf Steiner Schule, nur Französisch gibt es an der Michael Schule nicht. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die Unterrichtsinhalte langsamer, anschaulicher und stärker handlungsorientiert vermittelt werden. Auch können die Schüler in den kleinen Klassen mit acht bis vierzehn Schülern ihren persönlichen Fähigkeiten entsprechend individueller gestützt und gefördert werden.
In den ersten Klassen steht dem Klassenlehrer eine heilpädagogisch ausgebildete Kraft zur Seite. Die höheren Klassen werden von einer Lehrkraft unterrichtet und in einzelnen Fächern geteilt.
Im täglichen Hauptunterricht während der ersten zwei Unterrichtsstunden findet neben den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen weiterer in Epochen erteilter Unterricht statt. In der Unterstufe sind es Heimatkunde, Ackerbau, Hausbau, Tierkunde. In der Mittelstufe folgen dann Geometrie, Pflanzenkunde, Erdkunde, Himmelskunde, Geschichte, Gesteinskunde, Physik, Chemie und Ernährungslehre.
Der Fachunterricht umfasst die künstlerisch-praktischen Fächer wie Musik, Eurythmie, Werken, Handarbeit und Gartenbau, außerdem Englisch, Religion, Sport und Schwimmen. Das umfassende Fächerangebot ermöglicht den Schülern, auf verschiedenen Gebieten zu lernen und zu Erfolgserlebnissen zu gelangen.
Die Sprache als ein wichtiges Element wird durch Sprüche, Gedichte oder kleine Theaterspiele täglich gepflegt und findet einen Höhepunkt im Klassenspiel am Ende der achten Klasse.
Nachdem der Klassenlehrer seine Klasse acht Jahre lang durch die Unter- und Mittelstufe geführt hat, ist der Klassenbetreuer ab der neunten Klasse in der Oberstufe verantwortlich. Die Gesamtschulzeit von zwölf Schuljahren ermöglicht den Schülern die verunsichernde Zeit der Pubertät in einem vertrauten Rahmen durchleben zu dürfen, zumal derselbe Klassenverband die ganze Schulzeit hindurch bestehen bleibt.
An der Michael Schule können der Hauptschulabschluss und der Förderschulabschluss erworben werden.
Ab der vierten Klasse wird ein gemeinsames Mittagessen eingenommen, das ein wichtiges soziales Element darstellt. Anschließend werden die Schüler am Nachmittag in praktischen Fächern unterrichtet oder von Erziehern betreut.
Die Michael Schule verfügt über einen Therapiekreis, zu dem auch eine Schulärztin gehört. Während der wöchentlichen Treffen wird in Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer über die Vergabe der Therapien beraten und entschieden. Heileurythmie, Malen und Plastizieren, Rhythmische Massage und Sprachgestaltung werden derzeit angeboten.
Neben den regelmäßig stattfindenden Elternabenden besteht für die Eltern im monatlich tagenden Eltern-Lehrer-Kreis die Möglichkeit der Mitgestaltung des Schullebens. Hier werden Fragen erörtert, die für die ganze Schule von Bedeutung sind.
Aus dem Schulalltag
Jeder Schultag beginnt mit den Morgenkreisen der Unter- und Mittelstufe, am Montagmorgen trifft sich die gesamte Schulgemeinschaft. Nachdem ein Kind die Kerze entzündet hat, erklingt ein Lied und ein Morgenspruch wird von allen gemeinsam gesprochen. Geburtstagskinder dürfen mit der Kerze in der Hand dem Geburtstagslied lauschen. Nach dem „Wir wünschen uns einen schönen Schultag“ gehen die Klassen mit der untersten Klasse beginnend in ihren Klassenraum.
Ist die Schulwoche am Freitagmittag zu Ende, trifft sich die Schulgemeinschaft zum Abschlusskreis. Nach einem Musikstück und einem Spruch schließt der Kreis mit dem gemeinsamen „Wir wünschen uns ein schönes Wochenende“.
Der Rhythmus als wichtiges Lebenselement durchzieht nicht nur unseren Schulalltag, sondern soll den Schülern durch die Jahresfeste in einem größeren Bogen zum Empfinden gebracht werden. Die Feiern zu Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Michaeli und Weihnachten finden in einem erweiterten Morgenkreis statt.
Das Faschingsfest feiert die ganze Schulgemeinschaft unter einem Motto wie ‚Zirkus‘, oder ‚Hamburger Hafen‘ mit Musik, Tänzen, Vorführungen der einzelnen Klassen und auch lustigen Darbietungen der Lehrer. Zu Johanni macht die Schulgemeinschaft einen fröhlichen Ausflug ins Grüne mit Kreistänzen und dem Johannifeuer, das zum Schluss alle mutig überspringen. Beim Sankt Martinsfest sind auch die Eltern dabei. Der Laternenlauf durch den finsteren Wald führt zu einer Stelle, an der die Mittelstufe alle mit einem leckeren Punsch empfängt. Dazu gibt es Martinswecken, die nach dem Bild des heiligen Sankt Martin brüderlich geteilt werden. Am ersten Advent findet für die Kleinen das Adventsgärtlein statt. In der Mitte einer aus Tannen gelegten Spirale darf jedes Kind seine Kerze an einem verborgenen Licht entzünden, begleitet von leiser Musik und dem Gesang der Erwachsenen.
Zu Beginn des neuen Schuljahres wird die neue erste Klasse von der ganzen Schulgemeinschaft in einer Einschulungsfeier begrüßt. Die zweite Klasse zeigt den Neuankömmlingen in Form einer kleinen Aufführung, was sie im ersten Schuljahr bereits gelernt hat. Nach der Feier dürfen die Erstklässler ihre erste Unterrichtsstunde erleben.
Um die Gelegenheit zu geben, einen Blick in den Schulalltag zu tun, findet an einigen Samstagen eine Monatsfeier statt, zu der jeder Besucher herzlich willkommen ist. Es werden Darbietungen aus dem Unterricht gezeigt, ein Lied wird gesungen oder geflötet, ein Gedicht rezitiert, ein Tanz aufgeführt oder etwas aus dem Sport dargeboten. Im Anschluss an die Monatsfeier treffen sich alle gerne bei Kaffee und Kuchen zum gemeinsamen Ausklang.
In der Mittelstufe unternehmen die Klassen jährlich eine Klassenreise, die der Gemeinschaftsbildung dient und die Schüler an altersgemäße Aufgaben heranführt.
Klassenübergreifende Unternehmungen sollen die Gemeinschaft stärken und den Schülern eine Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten ermöglichen. Während einer Woche im Zirkus Mignon, durften alle versuchen auf einem Einrad, einem dünnen Seil oder dem Rola Bola das Gleichgewicht zu halten, Stelzen zu laufen oder barfuss über ein Nagelbrett und Scherben zu gehen. Geschicklichkeit sowie schnelles Reagieren galt es beim Jonglieren und Zaubern zu erüben. Die Woche endete mit einer glanzvollen Aufführung für die Eltern. Dahinter stand jedoch, die Schüler in ihren Sinnen, der Raumeswahrnehmung und der Konzentrationsfähigkeit zu stärken. Im Unterrichtsalltag wurde das Erlernte fortgeführt.
Michael Schule Harburg e. V.
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