Der Waldorflehrplan berücksichtigt in sehr feiner Weise die Entwicklungsschritte der leiblichen wie der seelisch-geistigen Entwicklung des Kindes und Jugendlichen. Er stellt in dieser Hinsicht nicht nur ein Bildungsprogramm dar, sondern durchaus auch einen Entwicklungs- und Förderungsweg, der allergrößte Rücksicht auf die Gesundheitsverhältnisse der Schüler nimmt bzw. zur gesunden Entwicklung und Gesundheitsvorsorge verhelfen und beitragen soll.
So spielen zum Beispiel Rhythmen eine große Rolle: Wie sich eine Unterrichtsstunde aufbaut, wann die Schüler zuhören, wann sie eigenaktiv tätig sind, wann intellektuell, wann künstlerisch, wann handwerklich gearbeitet wird, und wie das eine in das andere übergehen muss, damit ganzheitliche Kraft entfaltet werden kann und nicht die Initiativen und die Begeisterung der Schüler durch Einseitigkeiten gelähmt werden...
All diese Aspekte führen natürlich auch zu besonderen Regelungen des Stundenplans, so dass ständig angestrebt wird, betrachtenden Unterricht, der oft sitzend mit vorwiegender Verstandestätigkeit zugebracht wird, mit Bewegungsfächern wie Eurythmie und Sport, aber in diesem Sinne durchaus auch von Kunst, Musik und Handwerk als Gegengewichts- und Ausgleichsfächer abwechseln zu lassen. So ist im Ideal ein gesundes Wechselspiel von Kopf, Herz und Hand, von Selbständigkeit und Teamarbeit angestrebt.
Neben den menschenkundlich pädagogischen Aspekten des Lehrplanes ist auch der Schulbau mit seinen Außenflächen ein wichtiger Bereich, der zur Gesunderhaltung der Schüler beiträgt. Insbesondere bei Schulneubauten wird für den außenstehenden Betrachter der künstlerische Formgebungsaspekt leicht erkennbar. Das Anliegen, durch die Bauformen den
pädagogischen Inhalten und Tätigkeiten entgegenzukommen, mit einem organischen, sich in die inneren Verhältnisse einfügenden Baugedanken, durchzieht alle Waldorfschulen. Sichtlich genauso tragen zum Wohlbefinden der dort Tätigen die farbig lasierten Klassenzimmer, das sorgsam ausgewählte Licht und die praktischen Einrichtungsgegenstände aus natürlichen Materialien bei. Die bis hier dargestellten Aspekte zur Förderung gesunder Entwicklung gelten für Waldorfpädagogik und -schulen im allgemeinen und insofern auch für unsere Rudolf Steiner Schule in Harburg.
An unserer Schule gibt es aber noch weitere Angebote und Einrichtungen, die der Gesunderhaltung der Schüler/innen dienen. Neben der regelmäßigen amtsärztlichen Betreuung stehen der Schule eine Schulärztin und ein Heileurythmist als feste Mitarbeiter des Kollegiums zur Verfügung. Hiermit schließen wir an eine über 80-jährige Idealzielsetzung an, die bereits in der ersten Stuttgarter Waldorfschule ihren Anfang nahm und leider nicht an allen Waldorfschulen realisiert wurde bzw. bis heute eingerichtet werden konnte.
Damals wie heute war es die Aufgabe des Schularztes, über die gesundheitliche Entwicklung der Kinder zu wachen im Sinne der Vorsorge und Verhinderung von Krankheitstendenzen. Hier bedarf die Pädagogik der individuellen medizinischen Unterstützung, um den Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung vielfältiger Entwicklungshemmnisse und Verzögerungen, auch bei seelischen Krisensituationen und dergleichen beizustehen.
Die schulärztliche Tätigkeit an unserer Schule wird zudem noch durch ein breites therapeutisches Angebot sinnvoll unterstützt. Es besteht die Möglichkeit, Kinder neben der bereits erwähnten Heileurythmie durch freiberufliche Therapeuten und Pädagogen zusätzlich zu fördern. Es können derzeit angeboten werden:
Heileurythmie
Musiktherapie
Kunsttherapie
Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegmann
Chiropraktik
Förderunterricht
Die Therapien finden in den dafür ausgestatteten Schulräumlichkeiten und unter ärztlicher Aufsicht parallel zum Unterricht statt. Durch diese jahrelange Zusammenarbeit hat sich so auf der Grundlage der anthroposophischen Medizin inzwischen eine künstlerisch-therapeutische Arbeitsgemeinschaft gebildet, die seit kurzem unter dem Titel helfen wirken heilen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.
Im Sinne der Gesunderhaltung sei der Warte- und Ganztageshort erwähnt, der Kinder auch bis in den Nachmittag hinein altersentsprechend pädagogisch betreut. Hier werden die Schularbeiten betreut und erledigt, die Zeit zum gemeinsamen Spiel , zum Hütten bauen und dergleichen in unserem Waldgelände genutzt, hier stehen aber auch Räume zur Verfügung, in denen die Kinder sich nach ihren individuellen Wünschen beschäftigen und auch zurückziehen können.
Für eine gesunde Ernährung sorgt unsere Schulküche . Neuerdings gibt es auch ein von Schülern selbstverwaltetes Oberstufen-Schülercafé. Neben dem Getränke- und Speiseangebot ist es besonders wichtig, dass sich Oberstufenschüler klassenübergreifend kennenlernen. Durch diesen besonderen Begegnungsraum können Beziehungen entstehen und wachsen.
Persönlichkeitsentfaltend und gesundheitsfördernd wirkt nicht zuletzt unser gesamter Fächerkanon. Hier spielt der handwerklich praktische Unterricht, der in der Schmiede, Holzwerkstatt, Tischlerei, Weberei und Handarbeitsräumen stattfindet, eine wichtige Rolle, wie auch der vielfältige musische und künstlerische Unterricht.
Weitere Informationen: www.helfen-wirken-heilen.de |