Idee Waldorfpädagogik
Rudolf Steiner
Zeit zum Lernen
Zum Epochenunterricht
- Epochenüberblick
Bewegliche Unterstufe
Fachunterricht
- Sprachen
- Religion
- Eurythmie
- Sport
- Musik
- Kunst
- Sachkunde & Technik
- Handwerk
- Handarbeit
- Gartenbau
- Naturwissenschaften
Theater & Schauspiel
Klassenreisen
Zeugnisse, Abschlüsse
Schule aus Schülersicht
Medien und Computer
Gesundheit & Therapie
Hort
Waldorfkindergarten
Elternmitarbeit
- Küche
- Lädchen
Selbstverwaltung, Organisation & Finanzen
Michael Schule
Schulgebäude & Gelände

 

Elternmitarbeit

 

Es ist alles eine Frage der Organisation – wie bei den meisten Dingen im Leben.
Kuchenbacken – das gängige Vorurteil, Waldorfmütter müssten mindestens einmal pro Woche für die Schule einen Kuchen backen, hält sich hartnäckig – Kuchenbacken allein reicht nicht. Aber es hilft. Es stärkt die Motivation für die Arbeitenden, es ist immer eine gaumenfreudige Erfahrung, es ist eine spezielle Form der Finanzierung (wie oft haben Sie schon ein Stück des selbst gebackenen und gespendeten Kuchens auf einem Basar, einem Theaterabend zurückgekauft?)
Nun soll hier aber die Rede sein von der Eltern-Mitarbeit bei Bau- und Arbeitseinsätzen. Verschiedene Phasen durchlaufen Bau und Gelände, und genauso unterschiedlich ist auch die Beteiligung, die Teilnahme der Eltern an diesen Phasen.
Während der konkreten Erstellungszeit tummelt sich eine Vielzahl von Arbeitswütigen auf der Baustelle. Jeder will Schubkarre fahren, Stein auf Stein setzen, Fliesen legen. Keine Arbeit ist zu schwer, kein Tag zu lang, als dass man nicht am Abend mit Flutlicht weiterarbeitet. Jeder ist zufrieden, man schafft was – gemeinsam. Welch ein Erlebnis!
Aber irgendwann ist man aus dem Gröbsten heraus, die Gebäude sind fertig, das Gelände ist spieltauglich. Die Arbeit lässt nach, der Eifer auch. Es kommen weniger Menschen zu den Einsätzen. Und trotzdem wird viel erreicht: Verschönerung, Anbau, Instandhaltung, Pflege, wie beim eigenen Häuschen. Auch das muss gemacht werden, von irgend jemandem. Wird eine Firma beauftragt, kostet das wieder. Was kostet, muss umgelegt werden, letztendlich steigen die Beiträge.
Nun ist die Elternschaft sicherlich nicht der Reparaturbetrieb der Schule. Klar, die verstopfte Abwasserleitung kann nicht bis zum nächsten Arbeitseinsatz warten, auch haben bestimmte Arbeiten ihre Berechtigung, vom Meister mit Garantie und Sicherheitserklärung gemacht zu werden. Aber die vielen anderen Aufgaben, die können ausreichend gut und schnell und meistens sogar mit viel Spaß, auf jeden Fall aber mit Erfolg, erledigt werden.
Eine vorsichtige Übersicht ergibt, dass an unserer Schule jedes Jahr um die 50.000 Euro eingespart werden. Dafür trifft man sich ein bis zweimal im Halbjahr, erledigt das aktuell Anliegende, klönt nett mit anderen beim Frühstück, und geht im zufriedenen Bewusstsein nach Haus, wieder etwas für die Allgemeinheit getan zu haben. Nicht alle machen mit. Oder, anders ausgedrückt, es sind natürlich immer die selben, die gerne kommen (und die selben, die nicht kommen). Den Versuch, die Gerechtigkeit herbeizwingen zu wollen durch eine Verordnung, lässt man lieber bleiben. Denn es macht zweifelsfrei mehr Spaß, mit freundlichen Freiwilligen zu arbeiten als mit dazu Verpflichteten. Außerdem können die, die nicht kommen, ja auch Kuchen backen (oder tun das auch immer die selben??)