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Medien & Computer

Bei der Frage nach dem Umgang mit Computern und Medien in unserer Schule erntet man oft ein tiefes Luftholen – und zum Schluss hat man dann doch keine einfache Antwort. Sicher merken Sie, dass dieser Bereich kräftig in Bewegung ist. Sie können sich zumindest sicher sein, dass wir stets versuchen, den ganzen heranwachsenden Menschen mit Kopf, Hand und Herz bei dieser Frage mit einzubeziehen.
Wir stehen vor der Herausforderung, dass heute die Angebote der digitalen Welt selbst einem Laien oder Kleinkind in verblüffend einfacher Weise zugänglich gemacht werden. Eine besondere Ausbildung erscheint nicht notwendig für die Bedienung von Computern und anderen Medien.
In der Waldorfpädagogik richten wir uns aber nicht nach Machbarkeit oder der Befriedigung geweckter Bedürfnisse, sondern verfolgen den Ansatz, den Kindern altersgerecht die Welt erlebbar, begreifbar und auch in Freiheit verwandelbar zu machen. Doch bei heutigen Computern und Medien müssen selbst Fachleute feststellen, dass die scheinbar unendliche Komplexität und die rasante Geschwindigkeit der digitalen Prozesse kaum noch ein ursprüngliches und nachvollziehbares Sinneserlebnis zulässt.
Eine Resignation oder ein opportunes Mitschwimmen mit dem Zeitgeist ist aber nicht notwendig. Der gesamte Ansatz der Menschenkunde Rudolf Steiners ist darauf gerichtet, die Heranwachsenden im Wollen, Fühlen und Denken so zu stärken, dass sie zum rechten Zeitpunkt verantwortlich und gestaltend auch mit Computern und Medien umgehen können. Für diesen Weg sind simulierte Bilderwelten, indirekte Lernmedien, Informationsfluten oder ein intensives Training an verfügbaren Geräten nicht notwendig.
Wir können deutlich sehen, dass ein Kind vor der Pubertät keine Möglichkeiten erworben hat, sich angemessen von den Phänomenen der digitalen und medialen Welt zu distanzieren. Am Ende der Mittelstufe beginnen wir in begrenztem Rahmen eine angstfreie, behutsame aber auch kritische Begegnung mit Medien zu begleiten.
Erst ein Oberstufenschüler ist in der Lage, selbständig denkend die Grundlagen über den Aufbau und die Funktionsweise eines Computers nachzuvollziehen. Über das Löten einfacher Schaltungen kann sogar ein tief empfundenes Vertrauen in das Prinzip aller digitalen Vorgänge entwickelt werden: jeder Schritt basiert auf einem klaren ja oder nein, an oder aus, schwarz oder weiß, bzw. 1 oder 0 – egal wie oft, egal wie viel, egal wie schnell.
Im weiteren Verlauf des Unterrichts in der Oberstufe wird nicht nur das Programmieren geübt, sondern auch der Umgang mit modernen Benutzeroberflächen und fertigen Programmen. Auch wenn die Schule nicht den Rahmen bilden kann (und will), die derzeitigen technischen Möglichkeiten zu präsentieren, so ist sie doch der Ort, wo die wichtigen und relevanten Fragen an diese Technik entwickelt werden können (z.B. die Auswirkungen auf die Gesellschaft, Nutzen der Vernetzung, Grenzen des Wachstums).
Wenn die Schüler mit einem gesunden Selbstvertrauen, mit Lebensmut, Neugierde, einer inneren Stabilität, aber auch mit fundierten Grundkenntnissen unsere Schule verlassen, sind sie sicherlich gut gerüstet, den zukünftigen Entwicklungen der Technik sinnvoll zu begegnen. Eine Konditionierung auf heute gängige Geräte und Anwendungen alleine erscheint uns für die Herausforderungen der Zukunft als nicht ausreichend.