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Süderelbe Wochenblatt, 7.9.2005, Seite 2

Lernen mit Kopf, Herz und Hand

■ Waldorfschule am Ehestorfer Heuweg feiert 25-jähriges Bestehen.

bk - NEUGRABEN. Aus der Holzwerkstatt dringt ein munteres Klopfen und Hämmern. Aurel, Gregor, Leon, Leo und Rosa aus der sechsten Klasse der Rudolf Steiner Schule Harburg bearbeiten mit Säge, Hobel oder Schnitzmesser ihre Holzwerkstücke. Draußen lassen derweil Erstklässler Wäscheklammern an langen Fäden schwingen, hinter denen bunte Krepppapierbänder flattern und rufen dazu: "segle - singe - summe - sause". Sie lernen gerade den Buchstaben S.
Szenen wie diese zeigen die Grundlage der Waldorfpädagogik, nach der in der Schule am Ehestorfer Heuweg gelehrt und gelernt wird. „Wir wollen nicht nur den Kopf, sondern auch Herz und Hand der Kinder ansprechen", erläutert Klaus-Michael Maurer, einer der vier Geschäftsführer der Schule.
Am Sonnabend, 10. September, feiert die Waldorfschule in Hamburgs Süden mit einem öffentlichen Festakt um 10.00 Uhr und einem Tag der offenen Tür ihr 25-jähriges Bestehen. Besucher können dann einen Einblick in die etwas andere Schule bekommen. Hier lernen 435 Kinder von der ersten bis zur zwölften Klasse gemeinsam; es gibt kein Aussortieren und kein Sitzenbleiben. Wer will, kann nach der 13. Klasse Abitur machen. „Das schaffen bei uns 50 bis 60 Prozent eines Jahrgangs", erklärt Klaus-Michael Maurer stolz.
In den so genannten Epochen erschließen sich die Schüler Fächer wie Deutsch, Naturwissenschaften, Geschichte oder Geographie in einer Art Blockunterricht, im anschließenden Fachunterricht werden vor allem Sprachen, aber auch Musik oder Sport gelehrt. Dazu kommen handwerkliche Fächer wie Gartenbau, Schmieden, Weben oder Buchbinden, Schulchor und Orchester, Schauspielaufführungen und verschiedene Praktika.
Das Gebäude ,auf der Heideburg' am Ehestorfer Heuweg, einem ehemaligen Seminargebäude der evangelischen Kirche, ist bereits die vierte Station der Waldorfschule. Von einer angemieteten Wohnung in der Bremer Straße war die Schule 1980 an den Großmoordamm und kurz darauf zum Radeland umgezogen. Seit November 1985 hat sie ihre Heimat im Süden Harburgs gefunden.