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Neuer Ruf , 3.9.2005

25 Jahre Rudolf Steiner Schule Harburg - Lernen mit Kopf, Herz und Hand
Die Kinder saqen: „Danke!"
(vb) Hausbruch. Wenn man den Lehrern und Mitarbeitern der Rudolf Steiner Schule Harburg zuhört, dann weiß man, warum in dieser Schule seit 1980 alles ein bißchen besser läuft. In einer Verwaltungskoordination arbeiten z.B. drei Pädagogen unterschiedlichster Fachrichtungen und die Buchhalterin seit sieben Jahren als Team zusammen, um „ihre Schule" immer weiter voran zu bringen. Dies tun sie nicht der Karriere, sondern der Kinder wegen, denn die liegen allen gleichermaßen am Herzen. Das gesamte Kollegium, das gemeinsam die Schule leitet, vertritt diese Einstellung, was auch an einer besonders niedrigen Fluktuationsrate bei den Mitarbeitern, seit Gründung der Schule vor 25 Jahren, zu erkennen ist.
In der Rudolf Steiner Schule Harburg wird nach der Idee der Waldorfpädagogik unterrichtet: Hier steht der Mensch im Mittelpunkt! Die Schüler sollen die Dinge „erleben", physisch und verstandesmäßig „begreifen" und die Gedanken oder auch Materialien schließlich „verwandeln".
Aus eigener Erfahrung berichtet Nora Niehaus, die schon seit Jahren als Lehrerin im handwerklichen Bereich die Schüler im Weben und Spinnen unterrichtet, wie ihre Kinder heute über die Ausbildungen an der Rudolf Steiner Schule Harburg denken. Tochter Tanja (33) gehörte 1979 zu den ersten Schülern, die in der sogenannten „Balkonklasse" in der Rudolf Steiner Schule Harburg in Nienstedten eingeschult wurden. Nach einem Jahr folgte der Umzug in die neuen Räume am Radeland. Hier wuchs die Schule stetig, bis schließlich der heutige Standort auf der Heideburg von der evangelischen Kirche in Erbpacht übernommen
und zur Schule ausgebaut wurde. Seit 1985 werden die Kinder in der Rudolf Steiner Schule Harburg, am Ehestorfer Heuweg 82, nun schon im Sinne des Namensgebers unterrichtet. Tanja Niehaus machte auf der Heideburg ihr Abitur und ist jetzt selbst als Referendarin am Win-sener Gymnasium tätig. Englisch und Französisch bringt sie dort den Kindern bei und noch heute sagt sie zu ihren Eltern: „Danke für diese Schulausbildung!" Trotz des langen Fahrtweges von Winsen nach Harburg waren die Kinder von Nora Niehaus glücklich an der Rudolf Steiner Schule Harburg. Sie sind „zu lebenstüchtigen, eigenständigen Persönlichkeiten herangewachsen, die die Menschen achten, auf sie zugehen und sich nicht Bange machen lassen", freut sich Nora Niehaus. - Will das nicht jeder für sein Kind? -
Auch Lehrer Michael Rieber, seit 1984 an der Schule, berichtet von interessierten Eltern, die ihre Kinder in der Rudolf Steiner Schule Harburg einschulen möchten, weil sie im eigenen Arbeitsleben Waldorfschüler kennengelernt haben und von deren Selbstbewusstsein und Improvisationstalent begeistert sind. Solche Erfahrungsberichte sind einfach die beste Werbung.
Die sogenannte „Landeskinderklausel" verursachte in den 90er Jahren einen Rückgang der Schülerzahl an der Rudolf Steiner Schule von ehemals 465 auf nur noch 415, da keine Kinder aus Niedersachsen mehr aufgenommen werden durften. Das Gesetz besteht noch immer, aber die Qualität der Ausbildung hat sich bewährt, so dass heute wieder 430 Schüler in Hausbruch betreut werden. Im Jahre 2002 wurde sogar eine Förderschule -die Michael Schule - für geistig-und lernbehinderte sowie verhaltensgestörte Kinder auf dem Gelände an der Heideburg eingerichtet. Das Miteinander beider Schulen funktioniert sehr gut, doch leider wird der Platz immer enger. Aus diesem Grunde sucht die Michael Schule dringend neue Räumlichkeiten in Harburg und Umgebung. Auch die Behörden unterstützen die Förderschule, da es sonst keine entsprechenden Unterbringungsmöglichkeiten für diese Kinder in der Region gibt.
Vier Müttern aus Harburg, die 1975 die Initiative zur Schulgründung ergriffen, weil es in Hamburg nicht mehr genügend Platz für die Schüler gab, ist es zu verdanken, dass die Rudolf Steiner Schule Harburg in diesem Herbst das 25. Jahr ihres Bestehens feiern kann. Ein Vortrag von Christof Wiechert wird die Feierlichkeiten zum Jubiläum am 8. September einläuten. Um 20.00 Uhr geht es im Saal der Schule um die Frage, welchen Beitrag die Waldorfpädagogik für die soziale Zukunft unserer Gesellschaft leistet. Am Samstag, dem 10. September, wird ab 10.00 Uhr, ebenfalls im Saal der Schule, ein öffentlicher Festakt, die Monatsfeier und ein Tag der offenen Tür jedermann die Möglichkeit geben, Gespräche zu führen und eine Ausstellung in der Schule zu besuchen. Als Abschluss der Jubiläumsfeiern findet am 24. Septemter ein
großes Michaelifest statt, zu dem alle herzlich eingeladen werden. Telefonisch ist die Verwaltung der Schule unter 7971810 für Auskünfte zu erreichen.
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